Gefährdungsbeurteilung

Allgemein

Laut des Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG ist der Arbeitgeber verpflichtet seine Arbeitnehmer im Betrieb vor Unfällen zu schützen. 

Dazu muss der Arbeitgeber die einzelnen Arbeitsprozesse in seinem Betrieb erfassen und auf auf Gefahren überprüfen. Werden Gefahren festgestellt, so sind diese zu beseitigen. Können diese Gefahren nicht beseitigt werden, so muss er entsprechende Maßnahmen ergreifen, dass sich keiner verletzten kann. (zum Beispiel durch die Bereitstellung von Schutzkleidung).

Sämtliche Kosten für diese Schutzmaßnahmen müssen vom Arbeitgeber getragen werden.

Grundlage für den Arbeitsschutz ist die Gefährdungsbeurteilung.

Siehe hierzu §1 bis § 6 ArbSchG Hier >

Ziel der Gefährdungsbeurteilung

Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist der Schutz der Arbeitnehmer und somit eine Reduzierung der Arbeitsunfällen sowie arbeitsbedingte Erkrankungen.   


Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung

Eine Gefährdungsbeurteilung muss immer individuell am jeweiligen Arbeitsplatz erstellt werden. Gefährdungsbeurteilungen aus anderen Bereichen oder anderen Betrieben können nicht für den eigenen Bereich oder Betrieb übernommen werden. 

Ausnahme: Werden gleiche Arbeitsschritte an mehreren Arbeitsplätzen identisch durchgeführt, so kann die Gefährdungsbeurteilung auf alle Arbeitsplätze übertragen werden.

 

Folgende Personengruppen können bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung helfen:

  • der betroffene Arbeitnehmer
  • Führungskräfte
  • Mitglieder des Betriebsrats
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • Betriebsärzte
  • Sicherheitsbeauftragte
  • externe Arbeitsschutzexperten.

Arbeitsbereiche erfassen

Vor der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung sollte man die Aufgaben im Betrieb strukturell erfassen. In welchem Bereich wird was gemacht. 
Beispiel für den Eismeister

  • Bereich 1: Eispflege
  • Bereich 2: Schlittschuhpflege
  • Bereich 3: Maschinenraum
  • Bereich 4: Büro
  • Bereich 5: Schlittschuhausgabe
  • usw. 

Tätigkeiten ermitteln

Danach muss man sich die einzelnen Bereiche genauer untersuchen. Welche Tätigkeiten finden in diesen Bereichen statt.

  • Bereich 1 Eispflege
    • Fahren mit der Eisbearbeitungsmaschine
      • Messer wechseln
      • Ladekabel anschließen / abziehen
      • Schneetank säubern
    • Bandenfräse
      • Messer wechseln
      • Benzin nachfüllen
      • Öl nachfüllen
    • usw.
  • Bereich 2 Schlittschuhpflege
    • Schleifen Schlittschuhe
      • Wechseln der Schleifscheibe
      • Entgraten der Schlittschuhe
    • usw.

Bei der Erfassung sollte die Tätigkeiten nicht vergessen werden, die jährlich oder sogar mehrjährlich stattfinden. 

Gefahren ermitteln

Nachdem alle Tätigkeiten erfasst worden sind, muss man nun die Gefahren der einzelnen Tätigkeiten analysieren.

Eine Quelle für die die Ermittlung können die Bedienungsanleitungen der Hersteller sein.

Gefährdung beurteilen

Die einzelnen Gefahren, die ermittelt worden sind, müssen nun beurteilt werden. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Gefahr eintritt und wie groß der Schaden ist, wenn die Gefahr eintritt.

Maßnahmen festlegen

Können die ermittelten Gefahren nicht beseitigt werden, müssen die Gefahren auf ein Minimum reduziert werden. 
Entsprechende Maßnahmen können in folgenden Quellen gefunden werden:

  • Gesetze
  • Verordnungen
  • Technische Regeln
  • Berufsgenossenschaftliche Regeln
  • Anleitungen des Herstellers

Man kann die Maßnahmen nach TOP System ermitteln

Technische Maßnahmen

Technische Hilfsmittel 

Organisatorische Maßnahmen

Arbeitszeitgestaltung (Pausen)

Personelle Maßnahmen

Persönliche Schutzausrüstung

Schulungen / Fortbildungen

Maßnahmen umsetzen

Nachdem alle Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen festgelegt worden sind, müssen diese an die Mitarbeiter kommuniziert werden.

Maßnahmen  Kontrollieren

Nachdem die Maßnahmen kommuniziert worden sind, müssen die Maßnahmen kontrolliert werden. 
Werden die Maßnahmen von den Arbeitnehmern umgesetzt und sie die Maßnahmen auch wirkungsvoll. 
ggf. muss hier nachgebessert werden. 

Dokumentation

Wichtig ist, dass alle oben aufgeführten als Protokoll schriftlich festgehalten werden. Auch die späteren Kontrollen sind in einem Protokoll festzuhalten. 

Siehe hierzu § 6 ArbSchG Hier >